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Werkvorschriften (WV-CH2021) VNB Kontakte VNB Weisungen Kommandoplan Dokumente (pdf) Formulare

5. Netz- und Hausanschlüsse

5.1 Erstellung des Netzanschlusses

(1)   Die Erstellung des Netzanschlusses erfolgt durch den VNB. Die Aufwendungen werden gemäss den Bestimmungen des VNB verrechnet.

(2)  Der VNB bestimmt Lage und Ausführung der Anschluss- und Einführungsstelle, die Leitungsführung sowie Art, Ort und Anzahl des Anschluss-Überstromunterbrechers.

   Aussenkasten (Montage, Masse, Entwässerung)



(3)  Die Montagehöhe der Eingangsklemmen des Anschluss-Überstromunterbrechers muss mindestens 80 cm ab fertig Boden betragen.

(4)  Zur Erstellung des Netzanschlusses, bei Leistungserhöhungen oder baulichen Änderungen hat der Netzanschlussnehmer dem VNB frühzeitig vor Baubeginn eine Installationsanzeige bzw. ein Gesuch mit Situations- und Grundrissplänen sowie eine Zusammenstellung über den Leistungsbedarf sowie die Rückspeiseleistung von allfälligen EEA oder elektrischen Energiespeichern und die Nennstromstärke des Anschluss-Überstromunterbrechers einzureichen.

(5)  Der Anschluss-Überstromunterbrecher muss dem VNB jederzeit zugänglich sein.

(6)  Der Anschluss-Überstromunterbrecher ist aussen am Gebäude oder in einem von aussen allgemein zugänglichem Raum anzubringen. Andernfalls ist der Zugang nach Absprache mit dem VNB durch andere Möglichkeiten zu gewährleisten. Der Zugang zu weiteren Räumen darf nicht möglich sein.

   Verantwortung Liegenschaftseigentümer


(7)  Die Anschlussleitung von der Eintrittsstelle bis zum (Haus-)Anschlusspunkt kann mit Kabeln der Brandklasse FCA erstellt werden. Der Netzanschlussnehmer hat die erforderlichen Bedingungen sicherzustellen. Insbesondere ist die Anschlussleitung möglichst direkt und kurz auszuführen und darf nicht durch Flucht- und Rettungswege geführt werden
(vgl. VKF/AEAI FAQ 13-003).


5.2 Gebäudekomplex mit mehreren Netzanschlüssen

(1)  Die Installationen nach dem Verknüpfungspunkt oder nach dem (Haus-)Anschlusspunkt dürfen nicht miteinander verbunden werden.

(2)  Spezialfälle sind im Voraus (Planungsstadium) mit dem VNB zu besprechen und zu dokumentieren.


5.3 Provisorische und temporäre Netzanschlüsse

(1)  Für temporäre Netzanschlüsse gelten die Bestimmungen gemäss Kapitel 5.1 und 5.2 sinngemäss.

   Provisorische und temporäre Netzanschlüsse


5.4 Hausleitungen

(1)   Als Hausleitung wird die Verbindungsleitung zwischen dem Anschluss-Überstromunterbrecher und den Bezügersicherungen verstanden.

(2)  Jede Hausleitung ist immer mit drei Aussenleitern zu erstellen.

(3)  Für Ein- und Mehrfamilienhäuser gelten die in nachstehender Tabelle 1 aufgeführten Richtwerte.

Anzahl Wohnungen
in Ein- und Mehrfamilienhäusern
Minimale Nennstromstärke des
Anschluss-Überstromunterbrechers
Einfamilienhaus 25 A
Mehrfamilienhaus bis 3 Wohnungen 40 A
Mehrfamilienhaus 4 bis 9 Wohnungen 63 A
Mehrfamilienhaus 10 bis 15 Wohnungen 80 A
Mehrfamilienhaus 16 bis 21 Wohnungen 100 A
Mehrfamilienhaus 22 bis 30 Wohnungen 125 A

        Tabelle 1: Richtwerte für die minimale Nennstromstärke des Anschluss-Überstromunterbrechers ohne spezielle
              Anlagen wie EEA und Ladeinfrastruktur

(4)  Für Mehrfamilienhäuser mit mehr als 30 Wohnungen sind je Wohnung im Minimum 2,5 kVA Belastung für die Bestimmung des Anschluss-Überstromunterbrechers zugrunde zu legen.

(5)  Bei allen Installationen ist darauf zu achten, dass die Aussenleiter gleichmässig belastet werden.

(6)  Die Aussenleiter sind so anzuordnen, dass der Rechtsdrehsinn gewährleistet ist.

(7)  Alle Verbindungsdosen in Hausleitungen müssen allgemein zugänglich und plombierbar sein.