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Werkvorschriften (WV-CH2021) VNB Kontakte VNB Weisungen Kommandoplan Dokumente (pdf) Formulare

2. Meldewesen

2.1 Meldepflicht

(1)   Die NIV [1] bestimmt die Melde- und Kontrollpflicht

(2)  Neue Installationen, Erweiterungen und Änderungen bestehender Installationen gemäss Kapitel 2.3 sind dem VNB frühzeitig, vor dem Beginn der Arbeiten, durch den Installateur mit einer Installationsanzeige zu melden.

(3)  Eine Installationsanzeige wie auch ein technisches Anschlussgesuch verlieren ihre Gültigkeit, wenn die gemeldete Installation nicht innerhalb eines Jahres seit der Genehmigung begonnen wird.

(4)  Für das Meldewesen sind die vom VNB bestimmten Abläufe und Formulare, in der Regel die nachstehenden Standardformulare, zu verwenden:

a)  Technisches Anschlussgesuch (TAG)

b)  Installationsanzeige (IA)

c)  Apparatebestellung Mess- und Steuereinrichtungen (AB)

d)  Sicherheitsnachweis (SiNa) / Mess- und Prüfprotokoll nach NIV

  Weitere Unterlagen können vom VNB eingefordert werden.

   Formulare



2.2 Technisches Anschlussgesuch (TAG)

(1)  Für folgende Geräte und Anlagen ist dem VNB vor Eingabe der Installationsanzeige ein technisches Anschlussgesuch durch den Anlagenersteller oder Installateur einzureichen:

a)    Geräte und Anlagen, die Netzrückwirkungen verursachen

b)    Energieerzeugungsanlagen im Parallelbetrieb mit dem Niederspannungsverteilnetz

c)    Elektrische Energiespeicher (vgl. Kapitel 11.1) mit Anschluss an das
   Niederspannungsverteilnetz

d)   Geräte und Anlagen für elektrische Wärme / Wärmepumpen / Kälteanlagen

e)   Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

(2)  Für technische Anschlussgesuche sind die detaillierten Angaben unter Kapitel 8 bis 12 zu beachten.

   Technisches Anschlussgesuch


2.3 Installationsanzeige (IA)

(1)  Gemäss der ESTI-Weisung 221 [12] (Art. 23 und 25 NIV [1] )ist in folgenden Fällen dem VNB frühzeitig, d.h. vor Beginn der Arbeiten, eine Installationsanzeige einzureichen:

a)    Neuinstallationen und Installationserweiterungen, welche eine Leistungserhöhung
    von > 3,7 kVA bewirken.

b)    Demontage von Elektroinstallationen > 3,7 kVA

c)    Erstellung eines neuen Netzanschlusses

d)    Erweiterung oder Änderung des bestehenden Netzanschlusses

e)    Anschluss von Geräten und Anlagen gemäss Kapitel 8.2 / 8.3 / 9.3

f)     Anschluss von Energieerzeugungsanlagen mit Verbindung zum Niederspannungs-
    verteilnetz (Parallel- und Inselbetrieb)

g)    Anschluss elektrischer Energiespeicher

h)    Anschluss von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge (fest und steckbar)

i)    Neuerstellung, Änderung oder Erweiterung von Hausleitungen, Steuerleitungen sowie von
   Messeinrichtungen

j)    Installationen, die eine Anpassung, eine Montage, Demontage oder Auswechslung von
   Mess- und Steuerapparaten des VNB bedingen

k)    Provisorische und temporäre Anlagen wie Baustellen, Schaustelleranlagen, Festbetriebe
   usw.

(2)  In der Installationsanzeige ist Folgendes anzugeben bzw. der Installationsanzeige beizugeben:

a)    Anlagedaten (Verbraucher-, Energieerzeugungs- und elektrische Energiespeicheranlagen)

b)    Beschrieb der vorgesehenen Arbeiten

c)    Werknummer der betroffenen Messapparate

d)    Prinzipschema der projektierten Installation samt den Mess- und Steuerapparaten
    und den Nennstromstärken der Überstromunterbrecher

e)    Dispositionszeichnung von Schaltgerätekombinationen mit eingebautem Anschluss-
   Überstromunterbrecher und/oder mit eingebauter Stromwandlermessung

  Weitere Angaben können vom VNB eingefordert werden.

(3)  Mit der Genehmigung der Installationsanzeige gibt der VNB die gemeldeten Arbeiten frei. Damit bestätigt der VNB nicht, dass die angemeldeten Installationen in allen Teilen den Regeln der Technik, beziehungsweise den WV-CH entsprechen. Dies liegt in der Verantwortung des Installateurs.

(4)  Bei Grossprojekten oder Umnutzung von bestehenden Anlagen ist bereits bei Beginn der Installationsprojektierung mit dem VNB Kontakt aufzunehmen.


2.4 Abschluss der Arbeiten und Inbetriebnahme

(1)  Eine Installation darf erst in Betrieb genommen werden, wenn:

a)    die gesamte Messeinrichtung montiert und

b)    die Erstprüfung / Schlusskontrolle gemäss NIV [1]) erfolgt ist..

(2)  Die Montage oder Demontage der Messeinrichtung erfolgt nach Eingang des entsprechenden Dokumentes (Formular Apparatebestellung Mess- und Steuereinrichtungen) und unter Angabe der betreffenden Endverbraucher sowie bei der Demontage die Angabe der entsprechenden Werk- oder Gerätenummer des Messapparates.

(3)  Der Auftrag muss zeitlich so eingereicht werden, dass ab bewilligter Installationsanzeige und nach Erhalt der Apparatebestellung für die Ausführung mindestens fünf Arbeitstage zur Verfügung stehen.

   Arbeitstage für Auftragsverarbeitung


(4)  Voraussetzung für die Montage der Mess-, Steuer- und Tarifapparate ist das Vorhandensein der Netzspannung am Bezüger-Überstromunterbrecher sowie die Anordnung und der korrekten Bezeichnung der Messeinrichtung gemäss Kapitel 7.

(5)  Mit dem Einreichen der Apparatebestellung wird durch den Installateur gewährleistet, dass alle Installations- und Anlageteile unter Spannung gesetzt werden können, ohne dass eine Gefahr für Personen und Anlagen besteht.

(6)  Die Inbetriebnahme einer Installation untersteht der Verantwortung des Installateurs.

(7)  Eine Installation darf erst in Betrieb genommen werden, wenn gewährleistet ist, dass die Anlage die Vorschriften gemäss Kapitel 8 bis 12 bezüglich Netzrückwirkungen einhält bzw. die vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden.


2.5 Werkkontrollen

(1)   Der VNB stellt die Einhaltung der Werkvorschriften sicher.

(2)  Werden im Zuge einer Werkskontrolle Mängel festgestellt, werden diese dem Installateur oder dem Netzanschlussnehmer gemeldet.

(3)  Die dadurch entstandenen Aufwendungen können durch den VNB verrechnet werden.


2.6 Sicherheitsnachweis (SiNa)

(1)   Mit der Übergabe der Installation an den Netzanschlussnehmer ist dem VNB eine Kopie des SiNa zu übergeben.

(2)  Der VNB kann bei der Schluss- und Abnahmekontrolle wie auch bei der periodischen Kontrolle zusätzliche Angaben (Mess- und Prüfprotokoll - M+P) sowie die Einreichung weiterer technischer Unterlagen einfordern.


2.7 Stichprobenkontrollen

(1)   Werden anlässlich einer Stichprobenkontrolle Mängel festgestellt, können die dadurch entstandenen Aufwendungen dem Netzanschlussnehmer verrechnet werden.


2.8 Periodische Kontrolle

(1)   Der Netzanschlussnehmer kann in Eigenverantwortung die Installationsabschnitte gemäss den unterschiedlichen Kontrollintervallen verwalten und einen Fälligkeits- und Anlageplan erstellen.

(2)  Bei Grossanlagen, bzw. grossen Gebäudekomplexen ist es zulässig, die Kontrolle innerhalb des gleichen Kontrollzyklus auf mehrere Jahre aufzuteilen.

(3)  Bei der ordentlichen Aufforderung des VNB sind sämtliche SiNa, inkl. dem erstellten Fälligkeits- und Anlageplan, einzureichen. Auf dem SiNa sind das Kontrolldatum sowie eine präzise Beschreibung des Kontrollumfangs anzugeben.